Die unsichtbaren Kräfte unter der Oberfläche
Ich sitze an einem gemütlichen Ort, mit einer dampfenden Tasse Tee in den Händen und vor mir steht ein Teller mit einem frischen Kuchen drauf. Er duftet herrlich und beim Hineinbeißen merke ich, wie schön flaumig er ist. Während mir der Duft in die Nase steig,t überlege ich mir, wie so ein lockerer Kuchen zustande gekommen ist. Im Inneren des Kuchens liegt etwas Entscheidendes verborgen. Eine kleine Menge an Backpulver hat ihre Arbeit getan. Die beigefügte Menge ist im Vergleich zu den anderen Zutaten sehr klein. Trotzdem hat sie viel verändert. Das Backpulver hat den Teig gehoben und ihn dadurch so aufgehen und flaumig werden lassen. Ohne diesen winzigen Anteil wäre das Stück vor mir schwer und kompakt und nicht so gut genießbar.
Kleine Spuren, große Wirkung im Körper
Die Spurenelemente helfen dem Körper zentrale biochemische Funktionen zu erfüllen. Im Gegensatz zu den Mengenelementen genügen kleine Mengen, aber der Körper kann sie nicht selbst aufbauen, deswegen müssen sie zugeführt werden. Ihre Bedeutung ergibt sich vor allem daraus, dass sie als Bestandteile von Enzymen, Hormonen oder regulatorischen Proteinen wirken und damit grundlegende Stoffwechselprozesse steuern.
Zink ist an vielen Enzymreaktionen beteiligt, stärkt das Immunsystem und den Zellschutz, unterstützt die Wundheilung und sorgt für eine gesunde Haut. Zink spielt eine wichtige Rolle im Zucker-, Fett- und Eiweißstoffwechsel. Es reguliert die Immunabwehr und die Zellteilung, was es für Wachstum, Heilung und Stabilität des Immunsystems unverzichtbar macht. Zink ist sehr bedeutsam für den Hormonstoffwechsel. Es ist für die Bildung von Geschlechtshormonen, Schilddrüsenhormonen, Wachstumshormonen, Insulin und Prostaglandinen wichtig. Gute Lieferanten sind Fleisch, Ei, Milch(-produkte), Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Nüsse. Aus tierischen Nahrungsmitteln kann der Körper das Zink tendenziell besser aufnehmen. Ein Gegenspieler ist die Phytinsäure, die in Vollkorngetreideprodukten und Hülsenfrüchten vorhanden ist. Durch Phytinsäure wird das Zink im Magen-Darm-Trakt gebunden und kann nicht gut in den Körper gelangen. Durch Zubereitungsprozesse wie Einweichen, Keimung und die Sauerteiggärung kann Phytinsäure abgebaut werden und dieser Effekt verringert werden. Kupfer und Eisen können bei höherer und langfristiger Einnahme ebenfalls Gegenspieler zu Zink sein.
Es gibt noch weitere Spurenelemente
Jod übernimmt eine Schlüsselfunktion bei der Produktion der Schilddrüsenhormone, welche den gesamten Stoffwechsel und Energieumsatz steuern. Jod beeinflusst die Zellteilung und das Zellwachstum. An der Regulation der Körpertemperatur ist es auch beteiligt. Eine ausreichende Jodzufuhr beeinflusst den Energie- und Fettstoffwechsel positiv. Jod ist bei Kindern entscheidend für eine normale kognitive Leistung und gute motorische Fähigkeiten. Zu wenig Jod führt zu Müdigkeit und Erschöpfung sowie möglicherweise zu einer vergrößerten Schilddrüse (Kropf). Seefisch, Meeresfrüchte, jodiertes Speisesalz und Algen sind wichtige Quellen. Ein Eisenmangel kann die Jodaufnahme hemmen.
Eisen ist ein Bestandteil von Hämoglobin und dadurch am Transport von Sauerstoff im Blut beteiligt. Dadurch gelangt Sauerstoff zu den Zellen. Ausreichend Eisen unterstützt eine stabile Immunfunktion, fördert die Konzentration und Merkfähigkeit und beugt Müdigkeit vor. Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Eier und Hirse sind wertvolle Quellen. Vitamin C aus Obst oder Gemüse verbessert die Aufnahme von Eisen in den Körper. Die Eisenaufnahme kann durch Milchprodukte, Kaffee, Sojaprodukte und oxalsäurereiche Lebensmittel gehemmt werden.
Selen gehört zu den zentralen antioxidativen Schutzstoffen, da es in wichtigen Enzymen wirkt, die oxidative Schäden begrenzen. Es neutralisiert freie Radikale und unterstützt das Immunsystem. Selen spielt eine bedeutende Rolle für die Schilddrüse, da selenhaltige Enzyme die Umwandlung der Schilddrüsenhormone regulieren. Fisch, Fleisch und Eier helfen, den Bedarf zu decken. Nüsse, insbesondere Paranüsse, haben einen hohen Selengehalt. Allerdings können sie radioaktives Radium anreichern. Daher sollte der Verzehr laut DGE von maximal zwei Stück pro Tag nicht überschritten werden.
Kupfer ist für einen guten Eiweißstoffwechsel wichtig. Es ist auch Bestandteil von vielen Enzymen. Gute Lieferanten sind Nüsse, Getreideprodukte, grünes Gemüse, Kaffee und Tee.
Mangan ist für gesunde und starke Knorpel und Knochen wichtig. Mangan ist in grünem Gemüse, Haferflocken und Tee enthalten.
Chrom ist wichtig für den Kohlenhydratstoffwechsel. Gute Lieferanten sind Fleisch, Eier, Haferflocken und Tomaten.
Molybdän ist für Enzyme von großer Bedeutung. Es ist in Hülsenfrüchten und Getreide enthalten.
Tipps für eine ausgewogene Zufuhr
Eine ausgewogene Ernährung ist wie der Schlüssel zu einer guten Versorgung mit Spurenelementen. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Gemüse, Nüsse und Fisch liefern viele wichtige Spurenelemente. Eine einseitige Ernährung, übermäßiger Salzkonsum oder stark verarbeitete Lebensmittel können das Gleichgewicht stören.
Wenn die Quellen gezielt kombiniert werden, kann die Aufnahme verbessert werden.
Wenn kleine Mengen Großes bewirken
Die Spurenelemente in unserem Körper erinnern an das Backpulver im Teig. Obwohl seine Menge so gering ist, entscheidet es darüber, ob der Kuchen aufgeht, flaumig wird und die gewünschte Konsistenz erhält. Genauso verhalten sich im Körper die Spurenelemente. Obwohl sie nur in winzigen Mengen vorliegen, sind sie unverzichtbar. Ohne sie wäre der Stoffwechsel träge, die Energie könnte nicht effizient bereitgestellt werden und die Immunabwehr wäre geschwächt. Die Spurenelemente sind damit wie das unscheinbare Backpulver, im Verhältnis zum gesamten Kuchen nur ein winziger Teil, aber von entscheidender Bedeutung. Nur durch ihre Hilfe kann der Körper seine volle Funktion, Energie und Form entfalten. Während ich einen weiteren Bissen von meinem Kuchen nehme und den nächsten warmen Schluck vom Tee genieße, wird dieser Zusammenhang greifbar: Manchmal sind es nicht die großen Mengen, die den Unterschied machen, sondern die kleinen, unscheinbaren Kräfte, die vieles beeinflussen können.
Abkürzung
Spurenelemente kommen im Körper nur in sehr kleinen Mengen vor, doch genau diese winzigen Spuren sind entscheidend für viele Funktionen des Stoffwechsels. Sie wirken als Bestandteile von Enzymen und Hormonen und ermöglichen so den reibungslosen Ablauf des Stoffwechsels. Ohne sie könnten weder Energie effizient produziert noch Sauerstoff optimal transportiert oder das Immunsystem stabil aufrechterhalten werden. Fehlen diese Elemente, zeigen sich oft Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und eine geschwächte körperliche Leistungsfähigkeit. Ähnlich wie das Backpulver im Kuchen bestimmen sie, ob der Körper seine Energie entfalten kann oder ob wichtige Prozesse auf der Strecke bleiben.



